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Nebenverdienst gegen Ausschüttung gerechnet — was mich beim Stundenvergleich überrascht hat

Ich habe in den letzten Jahren so ziemlich alles ausprobiert, was hier im Forum unter Nebenverdienst läuft. Umfragen, Texte schreiben, eine Weile Produkttests, dazwischen ein kleiner Shop. Was ich nie gemacht habe, ist die eine Rechnung, die im Nachhinein die wichtigste war: Wie viele Stunden habe ich reingesteckt, und was blieb pro Stunde übrig.

Als ich das nachgeholt habe, kam etwas Unangenehmes heraus. Die meisten dieser Wege haben mich beschäftigt, aber sie haben nichts aufgebaut. Sobald ich aufhörte, hörte das Geld auf. Und in Summe lag der Stundenlohn bei fast allem unter dem, was ich in meinem normalen Job bekomme.

Das war der Punkt, an dem ich angefangen habe, anders zu denken. Nicht mehr: Womit kann ich zusätzlich Stunden zu Geld machen. Sondern: Was baut etwas auf, das später ohne mich weiterläuft. Bei mir sind es Dividendenaktien geworden.

Man muss dabei sofort dazusagen, was das nicht ist. Es ist kein Nebenverdienst im üblichen Sinn, weil am Anfang schlicht nichts nennenswert dabei herauskommt. Wer diesen Monat zweihundert Euro extra braucht, ist mit einem Wochenendjob objektiv besser bedient. Der Unterschied zeigt sich erst über sehr viele Jahre, und zwar nur, wenn man laufend weiter einzahlt.

Was sich dafür ändert: Die Zeit, die man investiert, fällt einmalig an, nämlich beim Lernen und beim Auswählen. Danach läuft die Position, ohne dass man Stunden nachschieben muss. Genau das war bei jedem meiner früheren Nebenverdienste anders.

Gelernt habe ich das strukturiert über die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, den man als Dividenden Backpacker kennt. Vorher hatte ich Aktien nach Gefühl gekauft und dabei genau die Fehler gemacht, vor denen im Kurs früh gewarnt wird, allen voran die Jagd nach besonders hoher Ausschüttungsrendite ohne Blick darauf, ob das Unternehmen sie überhaupt dauerhaft zahlen kann.

Der Kurs ist in elf Kapitel aufgeteilt, mit über 65 Lektionen und einer Gesamtlaufzeit von über elf Stunden. Es geht ums Finden von Kandidaten, ums Bewerten und um Kauf- wie Verkaufszeitpunkte. Dazu gibt es Zugang zum Newsroom, in dem später Material nachkommt. Bezahlt wird einmal, es ist kein Abo mit monatlicher Abbuchung. Der Anbieter gibt an, dass bislang mehr als 700 Teilnehmer dabei waren.

Was mir beim Durcharbeiten am meisten geholfen hat, war weniger eine bestimmte Kennzahl als die Trennung zweier Fragen, die ich vorher vermischt hatte: Ist das ein gutes Unternehmen, und ist das gerade ein guter Preis. Beides hat wenig miteinander zu tun, und die meisten meiner Fehlkäufe kamen daher, dass ich ein Ja auf die erste Frage automatisch als Ja auf die zweite gelesen habe.

Zu den Risiken, damit das hier kein Werbeposting wird: Aktienkurse können deutlich fallen, auch über längere Zeiträume. Eine Dividende ist kein Zins und keine Zusage, sondern eine Entscheidung, die jedes Jahr neu getroffen wird. Unternehmen kürzen oder streichen sie, wenn es eng wird, und das trifft in der Regel viele gleichzeitig. Wer dieses Geld fest in seine monatliche Planung einbaut, macht sich abhängig von etwas, worauf er keinen Einfluss hat.

Der Vollständigkeit halber: Ich verlinke über einen Partnerlink, bei einem Kauf bekomme ich eine Provision. Wenn ihr die Aufstellung sehen wollt: die vollständige Beschreibung gibt es an dieser Stelle. Wer das nicht über meinen Link machen will, findet den Kurs auch so.

Was ich rückblickend anders machen würde: Ich hätte früher aufhören sollen, verschiedene Nebenverdienste parallel anzutesten. Jeder einzelne hat Einarbeitung gekostet, und wenn man nach acht Wochen wieder aufhört, ist diese Zeit weg. Zwei Sachen konsequent statt sechs halbherzig wäre klüger gewesen.

Und ein zweiter Punkt: Ich habe früher das Geld aus den Nebenverdiensten einfach mitverbraucht. Es landete auf dem normalen Konto und war weg. Erst als ich ein separates Konto eingerichtet habe, auf das dieses Geld direkt geht, ist überhaupt etwas übrig geblieben, mit dem sich anschließend etwas aufbauen ließ.

Noch ein Hinweis für alle, die gerade anfangen: Rechnet eure bisherigen Nebenverdienste einmal ehrlich durch, bevor ihr etwas Neues startet. Bei mir sah auf dem Papier alles nach Zusatzeinkommen aus, bis ich die Einarbeitungszeit mit eingerechnet habe. Danach blieben von drei Wegen zwei übrig, die sich überhaupt gelohnt hatten.

Mich interessiert eure Rechnung: Habt ihr für eure Nebenverdienste mal ehrlich Stunden gegen Ertrag gestellt? Und landet das Geld bei euch auf einem eigenen Konto, oder verschwindet es wie bei mir früher im Alltag?